Zwischen Stolz und Zweifel – Meine ersten Schritte in die Selbstständigkeit
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Ein unerwarteter Meilenstein
Seit drei Tagen bin ich nun offiziell nebenberuflich selbstständig. Hätte man mich vor zehn Jahren gefragt, wo ich heute stehen würde, wäre mir Selbstständigkeit niemals in den Sinn gekommen. Und doch ist es passiert: ein riesiger Meilenstein, ein kleines Abenteuer, ein völlig neuer Weg.
Das Verrückte daran: Es fühlt sich gerade gar nicht so spektakulär an. Vielleicht, weil in meinem Umfeld sonst alles zelebriert wird – egal ob Führerschein, Ausbildungsabschluss oder Geburtstag. Nur bei meiner Selbstständigkeit? Keine Glückwünsche, kein gemeinsames Anstoßen, keine Rede, die Mut macht.
Und ich frage mich: Ist das kein Grund zu feiern? Oder liegt es an Neid, Unsicherheit, fehlendem Verständnis? Fakt ist: Es macht mich traurig. Denn es schwächt meine eigene Freude und meinen Stolz. Dabei ist es ein großes Ding! ICH BIN SELBSTSTÄNDIG. Ich bin eine Frau, Mama, Ehefrau, Tochter, Schwester, Freundin – und jetzt auch Gründerin. Ist das zu glauben?
Aufbruch mit gemischten Gefühlen
Natürlich weiß ich, dass ich erst am Anfang stehe. Ob mein Business erfolgreich wird oder nicht, liegt in den Sternen. Aber ich lasse mich darauf ein. So kann ich definitiv im Nachhinein sagen, dass ich es versucht habe. Jetzt heißt es u.a.: die finale To-Do-Liste abarbeiten, den Shop für den Launch vorbereiten, die Werbetrommel rühren, Content erstellen.
Doch damit kommt ein Thema hoch, das mich sehr beschäftigt: dieser innere Druck.
Selbst & ständig – aber bitte mit Balance
Das Sprichwort „selbst und ständig“ macht mir gerade alle Ehre. Ich denke fast nur noch ans Business. Kaum eine Minute, in der ich nicht über möglichen Content, Produkte oder To-Dos grüble. Ruhe? Fehlanzeige.
Niemand von außen macht mir Druck – und trotzdem ist er da. Ganz still und leise hat sich das kleine Hustle-Monster in meinen Kopf geschlichen. Dabei wollte ich genau von diesem Hamsterrad weg. Immer schneller, immer mehr, immer besser – das kenne ich. Und genau das hat mich damals krank gemacht.
Jetzt erkenne ich: Ich muss gegensteuern. Mein Mindset braucht ein Update. Es ist okay, wenn Arbeit auch mal ruht. Es ist okay, wenn To-Dos nicht sofort erledigt werden.
Prioritäten setzen – und bewusst leben
Meine oberste Priorität bleibt: Care-Arbeit. Meine Familie, mein Kind, mein Leben. Und das Business? Das darf seine Bühne bekommen – aber nicht die Hauptrolle in jeder Szene.
Denn Selbstständigkeit soll mich frei machen, kreativ werden lassen und Spaß machen, nicht mich fesseln. Und genau daran will ich mich in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder erinnern.
Mein Fazit
Selbstständigkeit ist ein Abenteuer voller Emotionen – zwischen Euphorie und Zweifel, zwischen Freiheit und Druck. Aber genau das macht sie aus: den Weg zu finden, der zu mir passt.
Ich möchte feiern, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Auch wenn das Umfeld still bleibt – in mir drin weiß ich: Das hier ist ein riesiger Meilenstein. Und den lasse ich mir von niemandem klein reden. 🎉
Eure Natalia